Kindergarten und remdbetreuung

Wie finde ich die richtige Fremdbetreuung für mein Kind: Kindergarten, Tagesmutter, Babysitter, Oma oder doch lieber zu Hause bei Mama?

Als Pädagogin habe ich selbst schon in verschiedenen Kindergärten, als Tagesmutter und als Babysitter gearbeitet. Später habe ich als Mutter für meine Tochter verschiedene Fremdbetreuungsmodelle ausprobiert und durfte alle Perspektiven zu diesem Thema kennenlernen.

Im Jahr 2021 habe ich dann meinen eigenen kleinen Kindergarten auf Bali eröffnet. Hierfür habe ich ein Eingewöhnungskonzept erstellt, unsere Betreuer, Eltern und ihre Kinder in der Eingewöhnung begleiten.

Trotz all meiner beruflichen Erfahrung im Bereich der Pädagogik, habe ich mir viele Fragen bei meiner eigenen Tochter zu diesem Thema gestellt. Denn hier spielen natürlich die mütterliche Liebe, unsere mütterlichen Instinkte, unsere Intuition und vor allem die Intuition unseres eigenen Kindes noch mal eine ganz andere Rolle.

Alle Erfahrungen, die ich in den letzten 15 Jahren sammeln durfte, teile ich hier mit euch.

Welches ist das richtige Alter für die Fremdbetreuung?

Leider gibt es auf diese Frage keine konkrete Antwort. Wann man mit der Fremdbetreuung für ein Kind am besten startet hängt ganz vom Charakter des Kindes und der Mutter ab. Selbstverständlich hängt es auch von dem Lebensumständen der Eltern ab.

Generell kann man sagen, dass Kinder vor allen Dingen in den ersten zwei bis drei Lebensjahren noch sehr viel Aufmerksamkeit und Nähe benötigen. Diese bekommen sie im allerbesten Fall von den eigenen Eltern, aus spiritueller Sicht sogar am besten von der Mutter. Die energetische Bindung zwischen Mutter und Kind ist einfach so stark wie keine andere.
Wenn die Mutter allerdings mit ihren mütterlichen Aufgaben stark überfordert ist oder gar unter Depressionen leidet, ist eine Fremdbetreuung unbedingt notwendig, um die Mutter zu unterstützen. Da unsere Kinder unsere Gefühlslagen und auch unseren inneren Gemütszustand übernehmen, ist in solch einem Fall eine ausgeglichene Person, die das Kind stattdessen betreut, für eine gesunde Entwicklung förderlich.

In Betreuungsststätten wie Kinderkrippen für Kinder im Alter von 0-2 oder 0-3 Jahren ist der Betreuungsschlüssel meist sehr niedrig. Häufig gibt es nur 2 Erzieher auf 10 Kinder. Hierbei kann der Bedarf an Nähe und Aufmerksamkeit bei Kindern in diesem jungen Alter einfach nicht ausreichend gestillt werden. Wenn man dann noch dazu bedenkt, dass Kinder in diesem Alter gewickelt und beim essen unterstützt werden müssen, wird schnell klar, dass die Betreuer dem Betreuungsbedarf der kleinen Kinder einfach nicht gerecht werden können.
Bei Kindern in diesen jungen Jahren sollte ein Betreuer nicht mehr als 3 Kinder zu betreuen haben. Bei Kindern unter einem Jahr sollten es nicht mehr als 2 Kinder sein.

In welchem Alter ein Kind dann bereit für eine große Kindergartengruppe und dessen Tagesablauf ist, hängt vom Charakter des Kindes ab.

Kinder fangen erst im Alter von drei bis vier Jahren an aktiv mit anderen Kindern zu spielen und Freundschaften zu knüpfen. Vorher spielen Kinder eher nebeneinander her.
Introvertierte Kinder bevorzugen meist kleine Gruppen mit weniger Kindern oder komplett das zu Hause bleiben mit den Eltern in der gewohnten und sicheren Umgebung. Extrovertierte Kinder mögen gerne große Kindergruppen mit einem hohen Energielevel, wo sie sich verausgaben können.

 

Worauf sollten wir Eltern bei der Wahl der richtigen Fremdbetreuung achten?

Sollten wir als Eltern soweit sein, dass wir mit unseren Kindern eine Fremdbetreuungsform ausprobieren möchten, gibt es aus meiner Erfahrung 3 Punkte, nach denen wir uns bei der Auswahl für den richtigen Ort richten können.

Betreuerschlüssel

Der Betreuerschlüssel gibt an, wieviele Kinder pro Betreuer in der Gruppe aufgenommen werden.
Ein idealer Betreuerschlüssel für Kinder unter drei Jahren wäre 1:3; sprich ein Betreuer sollte nicht mehr als drei Kinder betreuen. Hat eine Kinderkrippe also zum Beispiel eine Gruppe mit neun Kindern unter drei Jahren, sollten mindestens drei Betreuer in dieser Gruppe sein.
Bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren würde ich meiner Erfahrung nach einen Betreuerschlüssel von mindestens 1:5 empfehlen. Je niedriger der Betreuerschlüssel ist, also je mehr Betreuer, umso mehr Aufmerksamkeit können sie den einzelnen Kindern schenken und mehr auf ihre Bedürfnisse eingehen.

In meinem Kindergarten haben wir maximal acht Kinder auf zwei Betreuerinnen. Unsere Kinder sind fast alle zwischen drei und fünf Jahre alt. Wir haben nur einen Jungen der noch nicht drei Jahre alt ist.
Das haben wir intuitiv entschieden. Es kommt natürlich ganz auf die Gesamtenergie der Gruppe an! Es gibt Kinder, die mehr Aufmerksamkeit und Nähe benötigen und andere sind da „pflegeleichter“. Wichtig ist, dass Kinder genug Trost und Nähe bekommen, wenn sie diesen brauchen. Und auch Kinder haben mal „schlechte“ Tage!

Nicht selten gibt es in Kindergärten Situationen, wo zwei sich streiten, ein anderer hat sich gerade weh getan und braucht Trost, ein anderer sitzt auf Toilette und benötigt Hilfe beim Abwischen und ein anderer zieht die ganze Zeit an deinem T-Shirt, weil er dir unbedingt vom Wochenende erzählen muss. Und solche Situationen ergeben sich nicht nur ein Mal am Tag. Da ist es völlig normal, dass bei einem zu hohen Betreuerschlüssel Stress bei den Betreuern entsteht. Und dieser überträgt sich dann ganz automatisch auf die Kinder.

 

Eingewöhnung

Eine sanfte Eingewöhnung ist aus psychologischer Sicht absolut unverzichtbar! Nicht jedes Kind braucht eine lange Eingewöhnung. Manche Kinder fühlen sich bereits nach einer Woche sicher und wohl genug, um den ganzen Tag alleine bei der neuen Fremdbetreuung zu bleiben. Manche Kinder brauchen sogar nur einen Tag! Aber andere brauchen eben auch mal ein bis zwei Monate.
Und diese Zeit sollte man den Kindern auch geben!

Für Kinder im Alter von 0-6 Jahren schafft eine neue Umgebung und neue Bezugspersonen manchmal Unsicherheit! Werden sie dabei „einfach dagelassen“, ohne ihre Einverständnis, kann dies ein traumatisches Erlebnis für das Kind sein, welches sie ein leben lang unterbewusst beeinflussen wird.

In den ersten sieben Lebensjahren bilden wir alle Glaubenssätze, die später unser ganzes Leben bestimmen. Die Methode „einfach gehen, das Kind hört nach ein paar Tagen irgendwann auf zu weinen“ speichert beim Kind negative Glaubenssätze wie „ich bin nicht sicher auf dieser Welt“ ab und speichert Angst im Energiekörper ab.

 

Energie der Betreuer

Der wichtigste Punkt bei der Auswahl der richtigen Einrichtung ist die

Energie der Betreuer.
Wie wirken die Betreuer auf dich als Mutter oder Vater? Wie fühlst du dich in ihrer Anwesenheit? Hast du das Gefühl das sind liebevolle Menschen mit einem offenen Herzen? Sind das allgemein Kinderliebe Menschen doer gehen sie aus anderen Motiven diesem beruf nach? Sind sie glücklich in ihrem Arbeitsplatz? Sehen die Betreuer fröhlich und entspannt oder eher übermüdet und genervt aus?
Fühlst du dich „connected“ mit den Betreuern?

Häufig lassen wir uns als Eltern gerne beeinflussen von den Räumlichkeiten der Einrichtung. Wir als Eltern achten vorwiegend darauf, wie groß die Einrichtung ist, wie bunt und hübsch, welche Spielsachen vorhanden sind, wieviel Natur vorhanden ist. Natürlich ist eine möglichst natürliche Umgebung für Kinder sehr gut, allerdings ist nichts wichtiger für die Entwicklung unserer Kinder als liebevolle Bezugspersonen!

Wenn wir bedenken, wieviele Stunden pro Woche unsere Kinder in dieser Einrichtung verbringen, wird uns schnell bewusst, welch großen Einfluss die Betreuer auf die Entwicklung unserer Kinder nehmen werden. Und die ersten sieben Lebensjahre wirken sich am meisten auf die gesamte Zukunft unserer Kinder aus!

Wie verstehen sich die Betreuer untereinander? Wie ist die Energie allgemein in der Einrichtung? Wie ist die Stimmung bei Kindern und Betreuern? Was sagt dein Bauchgefühl?

 

Was ist für die Entwicklung des Kindes besser: Kindergarten oder zu Hause bei Mama?

Auch diese Frage kann man nicht pauschal beantworten.
In der Regel ist die Nähe zur Mutter in einem sicheren zu Hause, wo das Kind sich wohl fühlt immer eine gute Basis für ein Kind. Gerade in den ersten drei bis sechs Lebensjahren.
Wie bereits oben beschrieben, kann eine Fremdbetreuung aber für alle Beteiligten aber die bessere Lösung sein, wenn die Mutter überfordert ist oder sich nicht gut fühlt. Oder aber wenn zu Hause keine sichere Atmosphäre für das Kind herrscht.
Auch hierbei sollte man allerdings nicht vergessen, dass ein Kind den größten Bezug zur Mutter hat, egal in welchem Zustand sie sich befindet!

Andererseits lernen Kinder am allermeisten von und mit anderen Kindern. Deshalb sollte man Kindern speziell ab dem vierten Lebensjahr die Möglichkeit geben, sich mit anderen Kindern zu verbinden. Insbesondere für ihre soziale Entwicklung sind andere Kinder sehr förderlich.
Erst durch’s Streiten lernen wir friedvoll zu sein. Erst durch’s Nichtteilen erlernen wir das Teilen.

Manche Kinder brauchen länger die geschützte Atmosphäre der sicheren vier Wände, andere fördern früher die Reize eines Kindergarten’s ein.

 

Fremdbetreuung aus spiritueller Sicht

Wir dürfen uns wieder erinnern, dass unsere Kinder stets geleitet werden, von ihrem höheren Selbst, ihrer Seele mit ihrem ganz eigenen Seelenplan und ihrer Intuition. Unsere Kinder werden uns also ganz klar aufzeigen, was genau sie benötigen. Und selbst wenn wir alle ihre Anzeichen ignorieren, wird ihr Seelenteam versuchen all die Umstände so auszurichten, dass wir eben doch letztendlich die richtigen Entscheidungen treffen.

Es gibt kein richtig und kein falsch! Als Eltern sollten wir stets auf unsere eigene Intuition hören und die Intuition unserer Kinder wahrnehmen und wertschätzen. Auch bei diesem Thema sollten wir uns von bestimmten gesellschaftlichen Glaubenssätzen lösen und unseren Kontrolldrang loslassen. Alles wird sich genau so fügen, wie es am besten für alle Beteiligten ist.

 

Tipps für eine sanfte und schnelle Eingewöhnung

Wie sanft, schnell und erfolgreich eine Eingewöhnung abläuft hängt überwiegend von drei Faktoren ab: Den Betreuern, der Energie der gesamten Kindergruppe und am allermeisten von uns Eltern!

Unsere Kinder sind unglaublich sensibel in der Wahrnehmung von Gefühlen, Gedanken, Schwingungen und Energien. Herrscht eine angespannte Energie in der Kindergruppe, fällt es Kindern schwer sich dort schnell wohl zu fühlen. Kinder spüren, ob die Energie im Raum zu ihrer eigenen Schwingungsfrequenz passt oder nicht.

Außerdem hängt natürlich sehr viel davon ab, wie die Betreuer auf das neue Kind eingehen. Nehmen sie sich Zeit für das neue Kind? Sind sie einfühlsam? Kinder sind kleine Energieleser. Sind die Betreuer mit ihrer Arbeit überfordert, unsicher oder sogar von den Kindern genervt, wird unser Kind das natürlich spüren.

Und nichts hat auf die Eingewöhnung einen so großen Einfluss wie die Gedanken und Gefühle der Eltern. Wenn wir Zweifel darüber haben, ob wir oder unser Kind schon bereit ist für diesen Schritt der Trennung, so wird unser Kind diese Unsicherheit spüren. Haben wir Zweifel darüber, ob die Einrichtung wirklich die richtige Einrichtung für unser Kind ist, so spüren auch das unsere Kinder.
Warum sollten sie sich in einer neuen und fremden Umgebung sicher fühlen, wenn ihre Eltern diesem Ort nicht wirklich vertrauen?

Die erste Fremdbetreeung ist ein großer Loslösungsschritt. Häufig merken wir Eltern dabei gar nicht, dass wir selbst unterbewusst vielleicht noch nicht bereit sind uns loszulösen. Die Eingewöhnung ist eine Eingewöhnung für Eltern und Kind gleichermaßen. Unsere Kinder werden uns dabei stets unsere Gefühle widerspiegeln.

 

Allgemein möchte ich gerne das Bewusstsein von uns Eltern in die Richtung lenken, sich Gedanken über die geläufigen Modelle der Fremdbetreuung in unserer Gesellschaft zu machen. Durch die Empanzipationswelle der Frauen ist es zur Normalität geworden, dass Kinder bereits im ersten Jahr bis zu acht Stunden am Tag in die Fremdbetreuung gegeben werden!

Das entspricht einfach nicht der Natur des Menschen. Alleine das Stillen kann dadurch nur schwer gewährleistet werden. Außerdem ist es aus psychologischer sowie spiritueller Sicht für jeden Menschen wichtig eine enge und vertraute Bindung zur Mutter zu haben. Diese entsteht vorwiegend in den ersten sechs Lebensjahren, am allermeisten im ersten Lebensjahr! In vielen Ländern Europas beträgt die Elternzeit nur wenige Monate (in Spanien zum Beispiel sind es gerade mal 16 Wochen!). Dadurch gehen viele Mütter nach nur wenigen Monaten teilweise in Vollzeit zurück in ihren Beruf und geben ihr Neugeborenes für die meiste Zeit der Woche in die Fremdbetreuung ab.

Diese Umstände sollten wir nicht als normal ansehen und unsere Politik und Mitmenschen dazu auffordern dies zu ändern. Gemeinsam, in der Masse, sind wir stark. Jeder von uns hat das Recht Selbstbestimmt zu leben, auch als Mutter!

 

Danke, dass du diesen Artikel gelesen hast und Bewusstsein in dein Familienleben bringen möchtest.
Mit viel Liebe geschrieben,
Ksenija.

 


In meinem Podcast (Folge #50) durchleuchte ich dieses Thema noch mal genau und von meinen Erfahrungen zum Thema Kindergarten und Eingewöhnung.

In unserer Facebook Gruppe findest du gleichgesinnte Eltern, mit denen du dich austauschen kannst!

Und auf meinem Instagram Kanal findest du viele Live Videos, Interviews, Inspirationen und regen Austausch zum Thema bewusste Elternschaft und Spiritualität!


Welche Erfahrungen hast du in Bezug auf Fremdbetreuung gemacht? Geht dein Kind in den Kindergarten oder hast du dich bewusst dagegen entschieden? Und warum? Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen hier mit uns allen in einem Kommentar teilst! 💜

1 Comment

  1. Ach liebe Ksenja, du hast mir mal wieder so sehr weiter geholfen mit diesem Beitrag! Danke!
    Ich bin gerade auf der Suche nach einer Tagesmutti für meine Kleine und wusste die ganze Zeit nicht, was denn nun wirklich das Richtige für mich und meine Maus ist. Du hast mir da eine Richtung für mein Denken aufgezeigt.

    Ich bin mittlerweile ein großer Fan von deinem Podcast und ich liebe auch deine Posts auf Instagram. Du bist so inspirierend mit deinem Denken!

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