Mein Kind, mein Ego & ich

Was genau ist das Ego

Unsere Welt besteht aus Dualitäten: Hell und dunkel, warm und kalt, schwarz und weiß, hoch und tief, nah und fern und so weiter. Auf diesen Dualitäten bewegen wir uns wie auf einer Skala ständig hin und her. Je nachdem wo wir uns auf einer Skala der Dualität befinden, nehmen wir zwischen schwarz und weiß beispielsweise einen Grauton wahr.

Genauso ist es mit Emotionen. Angst und Mut sind zwei Enden ein und der selben Sache, einer Dualität. So wie Liebe und Hass, Wut und Gelassenheit. Je nach dem wo wir uns beispielsweise auf der Skala der Liebe befinden, lieben wir die Menschen, Lebewesen, Dinge und vor allem uns selbst entweder mehr oder weniger.

Dualität der Gefühle

So ist auch das Ego ein Ende einer Dualität. Auf der anderen Seite dieser bestimmten Dualität finden wir die Göttlichkeit wieder. Wie bewusst wir leben entscheidet darüber, wo wir uns auf der Skala zwischen Ego und Göttlichkeit befinden.

In der Spiritualität wird dieser Bewusstseinszustand auch „Schwingungsfrequenz“ genannt.
Der Psychologe David R. Hawkins hat dies sehr gut auf seiner Bewusstseinsskala bildlich dargestellt. Wenn wir unsere Schwingungsfrequenz erhöhen, bringen wir mehr Leichtigkeit und Freude in unser Leben und rutschen auf der Dualität des Ego’s immer mehr in Richtung unserer eigenen Göttlichkeit.

 

Bewusstseinsskala David Hawkins

 

Welche Eigenschaften hat das Ego?

Das Ego identifiziert sich vorwiegend mit unserem Besitztum, der Anerkennung von Außen und beharrt darauf, immer Recht zu haben. Da das Ego den Fokus auf die äußeren Umstände lenkt, sieht es sich (uns) immer als Opfer des Geschehens. Das Ego findet immer einen Schuldigen für unsere unangenehmen Situationen. Anstatt uns dazu zu animieren unsere Lebensumstände zu verändern, hält das Ego uns und unsere Gedanken in der Vergangenheit gefangen. Es nährt die Ängste vor einer ungewissen Zukunft in uns und hält uns damit vor für uns wichtigen Veränderungen ab.

 

Wie bildet sich das Ego?

Da ich das Ego als Dualität betrachte, denke ich nicht, dass wir gänzlich ohne Ego auf die Welt kommen. In der Kindheit entscheidet sich aber natürlich durch den Einfluss unserer Eltern und der Menschen in unserer Umgebung in welche Richtung wir uns auf der Skala zwischen Ego und Göttlichkeit hin bewegen.

Als Eltern sind wir dabei natürlich die besten Vorbilder. Wie stark identifizieren wir uns mit den materiellen Dingen in unserem Leben? Wie stark wird in der Familie zwischen „mein“ und „dein“ getrennt? Welchen Stellenwert haben Leistungen und Erfolg? Wie bewusst leben wir Eltern und wie gehen wir selbst mit unseren Gefühlen um? Manifestieren wir unser Leben bewusst oder unbewusst?

Unsere Muster schaut sich unser Kind nicht nur bei uns ab, es übernimmt diese auch aus unserem Energiesystem in sein eigenes. Fangen wir an bewusster zu leben, werden es unsere Kinder automatisch auch. Erhöhen wir unsere eigene Schwingungsfrequenz, erhöhen wir auch die Schwingungsfrequenz unserer Kinder. Entfernen wir uns von unserem Ego, tun unsere Kinder das auch. So wird es automatisch friedvoller in unserer Familie.

Welche Auswirkungen hat das Ego auf die Beziehung zu unseren Kindern?

Das Ego ist wie ein ständiger Begleiter, der dir immer wieder mal was ins Ohr flüstert. Diese erscheinen dann als Gedanken. Da wir uns schon so sehr an ihn gewöhnt haben, nehmen wir seine Anwesenheit gar nicht mehr bewusst wahr und denken, diese Gedanken seien wir selbst.
Sie sind sicherlich ein Teil von uns, so wie das Ego ein teil von uns ist. Aber das Ego bist nicht gänzlich du. Du kannst deine Frequenz erhöhen und dich auf der Dualität des Bewusstseins vom Ego weg bewegen. Genauso wie dich in einer Sauna keine Kälte mehr umgibt, so werden nur noch wenige Ego Gedanken in deinem Kopf mit dir sprechen, wenn du dich in Richtung Göttlichkeit bewegst.

Bei einem Streit oder in einer Situation, in der Streit entstehen kann, schaltet das Ego sich immer lautstark ein. Sämtliche Herausforderungen im Leben und menschliche Beziehungen sind das Lieblingsspielfeld des Ego’s. Das Ego hält sich für einen Experten auf diesen Gebieten und meint immer am allerbesten zu wissen, wie du mit diesen Situationen umgehen sollst.
Sobald du also in eine Situation kommst, in dem du und dein Kind aus dem Fluss des Lebens raus kommt, ihr gerade zwei verschiedene Ansichten der Situation habt, schaltet sich dein Ego lautstark ein.

Das Ego mischt sich immer in die Beziehung zwischen dir und deinem Kind ein.

Dein Ego schreit dann ganz laut sowas wie: „Halt! Diese Situationen kenne ich ganz genau. Das haben wir zwei schon ganz oft erlebt! Hier wird kein Wert auf deine Gefühle und deine Wünsche gelegt! Hier wird deine Meinung nicht respektiert, weil du unwichtig bist.“

Und dann bietet das Ego dir eine Lösung an: „Damals, als diese Situation das erste Mal sehr einschlägig in deinem Leben passiert ist, warst du drei Jahre alt. Damals haben wir uns zur Wehr gesetzt. Das hat uns für den Moment stärker fühlen lassen. Du musst jetzt also ganz laut werden, damit man dich hört und respektiert! Und endlich bist du nicht mehr kleiner als dein Gegenüber! Lass dich also nicht runter machen. Wehr dich! Zeig ihr*m wer hier der Boss ist! Lass dir das nicht gefallen. Wenn dich schon sonst niemand respektiert, dann soll dein Kind das zumindest tun. Du hast hier das sagen.“

Dieser Monolog unseres Ego’s ist ein gutes Beispiel dafür, welche Gedanken uns völlig unbewusst in nur wenigen Sekunden durch den Kopf schiessen. Dabei lösen diese Gedanken auch die passenden Gefühle in unserem Energiekörper aus: Wut, Enttäuschung, Selbstzweifel. Diese manifestieren die passenden Hormone und Botenstoffe, die unser Gehirn dann in unseren Körper schießt und schon befinden wir uns in einem Zustand, wo wir kaum noch klar denken können. Wir befinden uns im Kampf oder Flucht Modus.

Dann versuchen wir alles zu tun, um dem Ego recht zu geben und uns dadurch besser zu fühlen.
Dieses Gefühl, die Befriedigung des Ego’s hält allerdings nicht lange an. Legt dich die Energie in unserem Köper, kommt unsere Göttlichkeit, geprägt von Liebe, wieder zum Vorschein. Und wir empfinden Mitgefühl mit unserem Kind. Denn genau das, was wir selbst in unserer Kindheit erleben mussten, wollten wir unserem Kind doch nicht antun.

Das Ego los werden

Das Ego gänzlich los zu werden, ist ein Prozess der bei den meisten Menschen das ganze Leben dauert. Je nachdem, wie intensiv dein eigenes Ego in deiner Vergangenheit gefüttert und bestärkt wurde.

Da wir unser Ego schon als Teil von uns selbst sehen, nehmen wir es gar nicht mehr bewusst wahr. Und es ist natürlich schwer einen Teil von uns abzulegen, von dem wir gar nicht wissen, dass er existiert. Wie soll man sich denn Haare abschneiden, die man gar nicht sehen kann?

Also müssen wir unser eigenes Ego erst ein mal erkennen, es bewusst machen, bevor wir uns von ihm beginnen können immer mehr zu trennen. Um das Ego zu erkennen, müssen wir so oft wie nur möglich alle Scheinwerfer auf ihn richten.
Das ist am einfachsten, wenn wir beginnen auf unsere Gefühle und die Veränderungen in unserem Körper zu achten. Wir dürfen erkennen, wie sich die Energie in unserem Körper bewegt, sobald unsere Kinder wieder alte Erinnerungen und Gefühle in uns triggern.

Sobald wir bewusst wahrnehmen, wann solche Gefühle in uns hoch kommen, richten wir die Scheinwerfer auf unsere Gedanken. Und hier entlarven wir das Ego direkt bei seiner Arbeit.
Wir dürfen uns gerne einen Moment zeit nehmen und den Worten unseres Ego’s zuhören.

Hallo Ego. Nett dich kennenzulernen.

Das Ego will sich jetzt einmischen, in eine Situation, die nur dich und dein Kind etwas angeht. Aber da das Ego so laut ist, hören wir ihm auch mal zu. Wir richten das Licht auf ihn und nehmen ihn mal bewusst hinzu. Hallo Ego, nett dich kennenzulernen. Was hast du mir heute wieder zu sagen?

Und dann können wir fragen:
Hat unser Ego recht? Ist das wirklich zu 100% wahr was es da sagt?
Welche Gefühle lösen diese Gedanken in mir aus?
Welche Handlungsvorschläge hält das Ego für mich bereit?
Sind das vielleicht Handlungen, die ich im Nachhinein bereue könnte?
Waren mir diese Verhaltensmuster bisher dienlich in meinem Leben?
Hat mich solch ein Verhalten bisher voran gebracht in meinem Leben?
Hat dieses Verhalten, was mein Ego mir gerade vorschlägt, bisher der Beziehung zu meinem Kind gedient?
Oder will das Ego gerade einfach nur, dass ich mich im Recht fühle?
Ist dieser vorgeschlagene Umgang mit meinem Kind und mit dieser Situation von der Liebe hergeleitet?
Wird es die Beziehung zu meinem Kind stärken? Oder treibt das Ego vielleicht eher einen Keil zwischen mich und mein Kind?

Alleine das Ego zu entlarven und zu merken, wann es sich einschaltet, hilft uns, das Ego zu kontrollieren.

Und dann können wir uns überlegen, welche neuen Verhaltensmuster wir vielleicht mal ausprobieren wollen.

Vielleicht schickt uns unser Ego in dem Moment nicht in unsere Vergangenheit, sondern in die Zukunft und malt uns Horrorszenarien aus, was passieren wird, wenn wir jetzt nicht Herr der Situation werden. Auch da können wir uns fragen:

Wie wahrscheinlich ist es, dass genau das eintreffen wird? Wieviele Möglichkeiten der Zukunft gibt es? Wohl unendlich viele oder zumindest Zuviel, als das mir eine Zahl dafür einfallen würde.
Warum erzählt mir mein Ego also, dass genau diese eine schreckliche Möglichkeit der Zukunft eintreten wird? Und warum glaube ich meinem Ego das? Ist mein Ego ein Wahrsager mit einer Glaskugel in der Hand? Oder ist mein Ego einfach nur durch Angst geprägt?
Will ich denn auch so negativ in die Zukunft schauen?
Oder kann ich mir eine andere Zukunft vorstellen? In der vielleicht diese hitzige Situation mit meinem Kind nicht ausartet und keine bösartigen Konsequenzen mit sich trägt, wenn ich jetzt die Kontrolle los lasse?
Was wenn ich jetzt nicht auf mein Recht beharre? Was wenn unser Leben nicht den Bach hinab geht, wenn ich jetzt mein Kind tun lasse, was auch immer es tun will?
Und was passiert, wenn ich vertraue? Dem Leben vertraue? Meinem Kind vertraue? Vielleicht könnte es sein, dass trotzdem alles gut wird?
Könnte es sein, dass ich die Beziehung zu meinem Kind stärke? Könnte es sein, dass ich das Vertrauen zu meinem Kind stärke?

Alles ist immer eine Perspektive. In dem wir uns selbst für neue Wege im Umgang mit unseren Kindern öffnen und die Angst ablegen, dass sie völlig verstörte und asoziale Erwachsene werden, wenn wir ihr Verhalten nicht kontrollieren, erweitern wir unseren Horizont. Wir bewegen uns dann weg vom Ego und hin zur Göttlichkeit.

 

Danke, dass du diesen Artikel gelesen hast und Bewusstsein in dein Familienleben bringen möchtest.
Mit viel Liebe geschrieben,
Ksenija.

 


In meinem Podcast und auf meinem YouTube Kanal gehe ich noch weiter auf dieses Thema ein.
Die passende Podcast Folge zu diesem Thema findest du hier.
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2 Comments

  1. Daniela says:

    Das Ego ist echt der absolute Endgegner! Danke für diesen wertvollen Beitrag, liebe Ksenija.

  2. Wahnsinnig guter Beitrag. Daumen hoch! Weiter so.

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