Mutter im Urlaub

Mama-Urlaub: Wie wir uns eine Auszeit verschaffen, wenn wir es dringend brauchen

Jede Mutter kennt es: Manchmal kommen wir in unserem Alltag an unsere Grenzen und fühlen uns nur noch erschöpft und ausgelaugt. Die Kinder fordern sehr viel Energie von uns, der Haushalt erledigt sich nicht von selbst, Erledigungen häufen sich an und arbeiten wollen wir nebenbei auch noch. Wenn wir auch noch eine Beziehung haben, will diese natürlich auch gepflegt werden.

Uns selbst stellen wir dabei ganz hinten an. Unsere eigenen Bedürfnisse befriedigen wir als aller letztes, wenn überhaupt. Dabei wünschen wir uns oft nichts mehr als einfach mal aus unserem Mama-Alltag auszusteigen und nicht selten erinnern wir an unsere kinderlose Zeit zurück. Wie einfach damals doch alles war! Wir standen immer im Mittelpunkt unseres Lebens.
Warum gibt man das auf, sobald man Mutter wird? Warum sind wir uns selbst und unser eigenes Wohlbefinden plötzlich nicht mehr so wichtig? Müssen wir uns wirklich selbst aufgeben, sobald wir Mutter werden?

 

Warum gönnen wir uns selbst so wenig „me-time“?

Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft, und er wir alle viel zu tun haben, arbeiten müssen um ein wohlhabendes Leben zu führen und haben nur wenig Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Generell leben wir, anders als vor einigen Generationen, meist sehr isoliert. Der Traum vom Eigenheim hat uns da hin gebracht, dass wir weder mit unserer Familie, noch mit Freunden gemeinsam leben, wo wir uns im Alltag unterstützen könnten. Wir sind auf uns alleine gestellt und als Mutter mit (vor allem jungen) Kindern häufig einsam und auch überfordert.
Die To Do Liste ist stets lang und wir fangen an zu priorisieren. Unsere Kinder stehen dabei an oberster Stelle, das Wohlbefinden und die Organisation der Familie kommt als nächstes und wenn wir zu den emanzipierten Frauen zählen wollen, darf die Karriere nebenbei natürlich nicht fehlen. Wenn wir super organisiert sind, steht die Pflege der partnerschaftlichen Beziehung noch unten auf der Liste. Und für uns selbst, für unsere eigenen Bedürfnisse bleibt weder Platz auf der Liste, noch Zeit im Leben.

 

Doch warum sortieren wir diese Prioritäten in genau dieser Reihenfolge und nicht anders?

Weil man das als Mutter eben so macht. Stimmt’s?

Wir haben ein festes Bild der Rolle einer Mutter in unserem Kopf abgespeichert. Dieses Bild ist so tief in uns verankert, dass es zu einem Glaubenssatz geworden ist. Dieses Bild haben wir natürlich auch von unseren eigenen Müttern und Vorfahren übernommen.
Unsere Mütter stammen aus aus einer Zeit, in der die Erfüllung des Lebens einer Frau darin bestand Mutter zu werden. Das wichtigste Ziel im Leben einer Frau lag darin eine Familie zu gründen und sich ihr Leben lang aufopferungsvoll um diese Familie zu kümmern. Das Wohlergehen der Kinder und des Mannes war die höchste Priorität der Frau und ihr gesellschaftliches Ansehen war von diesen Faktoren bestimmt.

Zwar hat sich durch die Emanzipationsbewegung in den 60er Jahren das Frauenbild in der westlichen Gesellschaft etwas verändert, doch das klassische Bild der Mutter ist noch immer tief in uns verankert. Auch heute noch werden Frauen, wenn auch nicht mehr so offenkundig, meist verachtet, wenn sie in einem bestimmten Alter noch keine eigene Familie gegründet haben.

 

Wir sind es selbst, die uns zu wenig gönnen

Dass wir uns keine Zeit nehmen für unsere eigenen Bedürfnisse, liegt ganz alleine an uns selbst. Doch wie bei allen Dingen im Leben, suchen wir die Ursachen dafür im Außen: Ich habe keine Zeit, ich habe zu viel zu tun, ich habe niemanden, der mein Kind betreut, mein Mann unterstützt keine Auszeiten für mich als Mutter, was sollen die anderen über mich denken und so weiter. Natürlich haben einige Frauen erschwertere Lebensbedingungen als andere, doch wie alles im Leben, ist es eine innere Einstellung!

Zeit haben alle Menschen gleich viel im Leben. Es ist nur eine Frage der Organisation und welche Dinge wir in unserer To Do Liste nach oben stellen. Setzen wir die Erfüllung unserer eigenen Wünsche und Bedürfnisse ganz nach oben, kümmern wir uns um diese dann auch als erstes.

Eine Kinderbetreuung zu finden ist dank der öffentlichen Einrichtungen heute auch schon einfacher geworden. Es liegt natürlich an einem selbst, was wir tun, während unsere Kinder in der Schule, im Kindergarten, bei der Tagesmutter, bei den Großeltern oder bei Freunden sind.

Wenn wir das Gefühl haben, dass unser Partner uns diese Auszeiten nicht billigt, dann liegt das daran, dass auch er dieses veraltete Bild der Mutterrolle in sich verankert hat. Wenn wir unseren Glaubenssatz diesbezüglich allerdings transformieren, dann wird sich das automatisch auch auf den Glaubenssatz unseres Partners auswirken. Haben wir als Mutter uns erstmal innerlich umgestellt und sehen unsere eigenen Bedürfnisse als wichtig an, so strahlen wir eine andere Souveränität aus. Es ist wie eine natürliche Grenze, die wir wahren und auch nach außen ganz klar kommunizieren. Durch unsere Glaubenssätzen manifestieren wir unsere Realität!

 

Bin ich dann nicht egoistisch? Das schlechte Gewissen

Dieses tief in uns verankerte Bild der Mutter bringt mit sich, dass wir glauben wir würden egoistisch handeln, wenn wir an unsere eigenen Bedürfnisse denken. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn wir unsere Kinder für einige Tage bei unserem Partner oder Verwandten lassen, um uns selbst eine Auszeit zu gönnen.
Das liegt einzig und alleine daran, dass wir diesen festen Glaubenssatz in uns tragen, dass die Mutter alleine für das Wohlergehen der Familie verantwortlich ist und das dieses nicht gewährleistet werden kann, wenn die Mutter für einige Stunden oder Tage nicht anwesend ist.

Meiner Erfahrung nach bringt es nur Vorteile, wenn die Kinder einige Zeit mit dem Vater, Großeltern, Freunde oder anderen Bezugspersonen für einige Zeit alleine sind. Es schweißt alle Beteiligten mehr zusammen, sie werden darin gefordert eigene kreative Wege zu finden den Alltag zu bewältigen und – sehr wichtig meiner Meinung nach – sie erkennen, dass Mama nicht nur Mama ist, sondern eine eigenständige Person mit ihrem eigenen Lebensweg. Somit durchbrechen wir automatisch die Vererbung der veralteten Glaubenssätze einer Mutterrolle. Unsere Kinder lernen in ihrer Kindheit selbst, dass auch Mama Zeit für sich selbst benötigt und dass daran nichts verwerflich ist. Diesen Glaubenssatz leben sie später als Eltern weiter.

Denn warum sollte es nur für Mütter egoistisch sein, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen?

 

Auswirkungen auf das Familienleben

Wir wissen alle: Happy Mommy = Happy child! Unsere Kinder übernehmen stets unsere Schwingungsfrequenz, unsere Glaubensmuster und unseren inneren Gemütszustand. Sind wir ausgelaugt, unausgeglichen, gestresst und traurig, wie fühlen und verhalten unsere Kinder sich dann? Genau! Ganz genauso. Sie sind unausgeglichen, gestresst, leicht reizbarer und innerlich unzufrieden, ohne genau zu wissen weshalb. Durch den ständigen Austausch der Energien, der bei Mutter und Kindern sehr intensiv ist, sind unsere Kinder stets das Spiegelbild unserer inneren Welt.n

Wenn wir also Beginnen uns Auszeiten zu gönnen, werden wir gelassener, ausgeglichener und im gesamten einfach glücklicher. Das überträgt sich nicht nur auf unsere Kinder, sondern auf die gesamte Familiendynamik! (Ein gutes Argument, um auch die eingefahrensten Partner oder Großeltern zu überzeugen.) Die Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse steigert nicht nur unsere eigene Schwingungsfrequenz, sondern auch die unserer Kinder und Partner.

Wir haben nur diese eine Leben, zumindest im Hier und Jetzt. Wir sind ein wichtiger Bestandteil der Familie und die wichtigste Säule für unsere Kinder. Das heisst aber nicht, dass wir uns selbst, unsere Wünsche, unsere Bestimmung und unser Wohlbefinden gänzlich aufgeben müssen!

 

Danke, dass du diesen Artikel gelesen hast und Bewusstsein in dein Familienleben bringen möchtest.
Mit viel Liebe geschrieben,
Ksenija.

 


In meinem Podcast und auf meinem YouTube Kanal gehe ich noch weiter auf dieses Thema ein.
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1 Comment

  1. Boooah, danke ans Erinnern!!! Du hast so absolut recht. Mit jedem Wort. Habe gleich mal 2 Tage Urlaub zu Hause eingereicht 😄
    LG Lina

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