Ego bei Kindern

Füttern wir die Seele oder das Ego unserer Kinder?

Als Eltern haben wir den größten Einfluss auf die Entwicklung und die Glaubenssätze unserer Kinder. Mit allem was wir sagen, was wir tun und vor allen Dingen mit unserer eigenen Lebensweise! Was wir vorleben, werden unsere Kinder zum größten Teil übernehmen.

Heutzutage leben wir in einer Gesellschaft, in der die Befriedigung des Ego’s an erster Stelle steht. Jedoch erkennen wir mehr und mehr, dass die Befriedigung unseres Ego’s uns nur kurzfristig befriedigt. Langfristig erzeugt die Ego-Befriedigung nur Stress, Druck und innere Anspannung. Denn ein Ende ist niemals in Sicht. Wir wollen mehr haben, mehr erreichen und fühlen uns von allem anderen getrennt. Wir geben das eigene Glück in die Hände der anderen, da wir stets bemüht sind anderen zu gefallen, dazu zu gehören und bloß nicht aus der Reihe zu tanzen.
Was uns langfristig glücklich macht ist das Sein selbst. Der Übergang vom Leben im Haben zum Leben ins Sein (-> Buchempfehlung: „Haben und Sein“ von Erich Fromm). Das Nachgehen unserer Leidenschaft, ein selbstbestimmtes Leben, in der Individualität geliebt und geschätzt wird. Ein Leben im Sein, mit dem Bewusstsein, dass wir alle eins sind und Liebe nicht durch Anerkennung im Außen bekommen, sondern in Form der Selbstliebe und des Liebe geben.

In der achtsamen Elternschaft, wollen wir uns bewusst machen, welche Auswirkungen unser Handeln und unsere Worte auf unser Kind haben.
Wir füttern entweder das Ego (das falsche Selbst) unserer Kinder oder das Bewusstsein (das wahre Selbst) unserer Kinder. Hier möchte ich einige Vergleiche aufführen, was das Ego und sagt und was die Seele uns sagt.

 

1. Das Ego sagt: Du bist was du hast
Die Seele sagt: Lasse alles los, was du hast

In unserer westlichen Welt identifizieren sich die meisten Menschen Menschen mit ihrem Besitz. Wir häufen immer mehr Dinge an, in der Hoffnung, diese machen uns glücklich. Doch das tückische daran ist, dass man im Grunde nie genug haben kann: Es gibt immer ein schnelleres Auto, ein größeres Haus, schönere Kleider und so weiter. Auch beim Geld ist es nicht anders. Es gibt nach oben hin keine Grenze. So häufen wir neue Dinge an, schmeißen alte Dinge weg. Bis zum Ende unseres Lebens. Wir haben den Glaubenssatz verankert, dass wir selbst umso mehr sind, desto mehr wir haben. Wir identifizieren uns mit unserem Hab und Gut.

Die Seele sagt allerdings, wir sollen uns von allem lösen. Denn so lange wir an Dinge gebunden sind, verlieren wir einen Teil unserer Identität, sobald wir einen Teil von unserem Hab und Gut verlieren. Wenn wir allerdings nichts haben, dann können wir auch nichts verlieren. All unser Hab und Gut ist nur Ballast, den wir mit uns herum tragen. Löse dich von allem und erlange Freiheit. Erst dann bist du unabhängig.

Ähnliches Verhalten bemerken wir schon sehr früh an unseren Kindern, wenn wir selbst sehr an unseren Besitz gebunden sind und diese Haltung an unsere Kinder weitergeben. Was passiert, wenn der Lieblingsteddy mal verschwunden ist? Oder wir mit unseren Kindern durch ein Geschäft laufen? Oder unser Kind ein anderes Kind mit etwas sieht, was es selbst nicht hat?
Es entsteht Trauer, Wut und Frust beim Kind. Denn das Kind hat dann bereits gelernt, dass es diese Dinge augenscheinlich braucht, um glücklich zu sein.

Wir sollten als Eltern also unser eigenes Konsumverhalten analysieren und überdenken. Wir dürfem uns emotional von allem trennen, was nur möglich ist. Wir dürfen das Glück in uns drin suchen, dort, wo es wirklich entsteht.
Außerdem dürfen wir überdenken, was wir unseren Kindern alles kaufen. Das Marketing von all den Herstellern ist verdammt gut und hat einen psychologischen Hintergrund. Durch all die Werbung, mit der wir in der westlichen Welt im Sekundentempo in Berührung kommen, wird auf eine für uns unbewusste Art unser Ego gefüttert. Uns wird suggeriert, dass uns diese Dinge glücklich machen. Und uns wird suggeriert, dass unsere Kinder all diese Dinge brauchen.
Dabei brauchen Kinder unheimlich wenig bis gar kein Spielzeug, um glücklich zu sein. Wir glauben ohne Spielzeug haben unsere Kinder keine Beschäftigung. Doch das Gegenteil ist der Fall! Ohne ein Übermaß an Spielzeug werden Kinder kreativer und fangen an sich selbst Spiele auszudenken. Kinder finden immer einen Weg Spaß zu haben. Ihre Neugier und ihr Lerndrang sind unermüdlich. Sie brauchen nur Raum für ihre Entfaltung.

Wir sollten Geschenke nicht bejubeln und den Fokus nicht zu sehr auf materielle Dinge legen. Was Kinder glücklich macht ist Liebe, eine sichere Umgebung, Freunde und die Aufmerksamkeit der Eltern!

 

2. Das Ego sagt: Du bist was du tust / Du bist was du erreichst.
Die Seele sagt: Tue nichts und lasse nichts ungetan.

Wir leben mit dem Glaubenssatz dass wir endlich glücklich werden, wenn wir etwas erreichen. Zum Erreichen haben wir je nach Kultur unterschiedliche Ziele. Für die einen ist es die Karriere, die nächste Beförderung. Für die anderen ist es der richtige Partner und die Familiengründung. Und für wieder andere, sind es andere Ziele, von denen wir glauben, sie würden uns zu innerem Glück führen. Doch so kommen wir nie am Ziel an. Das Glück liegt immer in der Zukunft und ist immer an etwas geknüpft, was wir erreichen müssen.
Außerdem wurde uns erzählt, dass es schwer ist, diese Ziele zu erreichen. „Du musst hart arbeiten, um erfolgreich zu sein!“ „Wer schön sein will, muss leiden!“ Wir rennen also Zielen hinterher, die wir nie erreichen und arbeiten stets hart dafür. Ein Hamsterrad, dass zu Stress, Übermüdung und Unzufriedenheit führt.

Diese Glaubenssätze des „Du bekommst Liebe, Anerkennung und wirst glücklich, wenn du hart arbeitest und Ziele erreichst“ geben wir an unsere Kinder bewusst und unbewusst weiter. Je nachdem, welche Glaubenssätze wir selbst in uns tragen in Bezug auf Wert = Tun / erreichen.
So loben wir unsere Kinder für richtiges Verhalten und bejubeln sie, sobald sie etwas neues erlernt haben. Unsere Kinder speichern ab: Wenn ich tue, was meine Eltern wollen, bekomme ich Liebe. Wenn ich etwas neues erreiche, bekomme ich Anerkennung.

Ganz besonders unser veraltetes Schulsystem richtet genau darauf ab: Unsere Kinder werden anhand ihrer Leistung bewertet und in Konkurrenz gestellt (gegeneinander statt miteinander). Wer schlechte Noten hat, bekommt weniger Anerkennung und bekommt nicht selten das Gefühl „dumm“ oder in irgendeiner anderen Hinsicht nicht „gut genug“ zu sein.
Schnell werden die Noten wichtiger, als der Inhalt, der studiert wird. Das Ziel ist schließlich ein guter Abschluss, nicht die persönliche Entwicklung. Du bist, was dein Zeugnis über dich sagt.

Das „Tue nichts und lasse nichts ungetan“ aus dem Tao lässt schließen, dass wir nichts tun müssen, um Glück zu erreichen. Glück entsteht in uns und ist unabhängig von äußeren Umständen. Wir sollten aber auch nichts ungetan lassen. Lasse nichts ungetan, um anderen zu helfen, um die Welt zu einem schöneren Ort zu machen, um dich selbst und andere glücklich zu machen. Lasse nichts ungetan, wenn du den inneren Ruf verspürst, es zu tun. Erwarte aber kein inneres Glück beim Erreichen eines Zieles. Wenn du jetzt nicht glücklich bist, dann wirst du es auch nicht durch das Erreichen eines Zieles werden. Viel mehr sollten wir das Tun genießen und es aus einer Leidenschaft und Freude heraus tun.

 

3. Das Ego sagt: Du bist, was andere von dir denken.
Die Seele sagt: Was andere über mich denken, verrät ausschließlich etwas über die anderen.

Wir richten mittlerweile fast unser gesamtes Handeln, unser Sprechen und fast schon unser gesamtes Leben danach aus, was andere von uns denken. Wir kleiden uns so, dass andere uns bewundern. Wir versuchen unseren Körper so zu formen, dass andere uns sexy finden. Wir führen den Lebensstil, der in unserer Gruppe hoch angesehen ist. Was andere über uns denken ist mittlerweile so wichtig für uns geworden, dass wir sogar den Umgang mit unseren Kindern beträchtlich danach ausrichten! Was denken die anderen Eltern von mir und meinem Kind auf dem Spielplatz? Was sollen die anderen sagen, wenn mein Kind sich im Restaurant so benimmt? Oder sich so kleidet, wie mein Kind es selbst will? Was sollen die anderen denken, wenn mein Kind nicht auf diese Schule geht? Diesen Freund / Freundin hat? Diesen Beruf ausübt? Diese Freizeitbeschäftigung hat?

Wir verbiegen nicht nur uns selbst für die Meinung der anderen, wir verbiegen auch unsere Kinder! Wir sagen ihnen wie sie sich kleiden sollen und benehmen sollen, um anderen zu gefallen.

„Was sollen die anderen denken?“ „Zu dieser Veranstaltung müssen wir dir aber etwas schönes anziehen / die Haare hübsch machen etc.“ Das sind typische Sätze, die unseren Kindern beibringen, dass es wichtig ist, was andere Menschen über uns denken. Aber selbst wenn wir es schaffen, diese oder ähnliche Sätze auszulassen, beobachten unsere Kinder uns genau und sehen, wie viel Wert wir im Alltag auf die Meinung der anderen legen.

Im allgemeinen hält die Meinung der anderen uns meistens nur zurück. Jeder erfolgreiche Mensch wird bestätigen können, dass man niemals erfolgreich werden kann, wenn man auf die Meinung der anderen hört. So lassen wir uns abbringen. Denn jeder hat ja doch irgendwie eine andere Meinung.

Wenn jemand etwas über uns denket und uns mit dieser persönlichen Wahrnehmung konfrontiert, dann sagt es lediglich etwas über die Wahrnehmung dieser einen Person aus. Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung und andere Glaubenssätze. Für die einen sind wir reich, für die anderen arm. Für die einen wirken wir groß, für die anderen klein.
Der einzige Mensch, dem du gefallen solltest, bist du selbst! Du lebst für dich und für niemanden sonst. Und so sollten wir auch unseren Kindern beibringen und vor allen Dingen vorleben, dass es nicht wichtig ist, was andere über uns denken.

 

4. Das Ego sagt: Wer ich bin, ist getrennt von allem anderen.
Sie Seele sagt: Wir sind alle eins, ich bin alle miteinander verbunden.

Das Ego sagt uns, dass wir ständig im Wettbewerb zu anderen stehen. Ein ständiger Konkurrenzkamp entsteht. Neid entsteht. Was der andere hat, kann ich nicht haben. Dinge sind nur in begrenzter Anzahl vorhanden, also müssen wir darum kämpfen. Das sieht man immer ganz gut, wenn Aldi mal wieder einen Fernseher verkauft und die Massen bei Geschäftseröffnung rein rennen, um sich dann um den Fernseher zu prügeln. Wir kämpfen um die Stelle auf der Arbeit, um die Beförderung, um immer an der Spitze zu sein, um mehr zu haben als andere, mehr Follower, mehr Likes, mehr Urlaubsfotos von mehr bereisten Ländern. Haben wir viel Geld angesammelt, haben wir stets Angst, dass uns dieses wieder weg genommen wird.
Das Ego sagt uns, wir müssen besser sein als andere, um glücklich zu sein. Wenn wir besser sind als andere oder mehr haben als andere, dann fühlen wir uns gut.

Die Konkurrenztranierstätte schlecht hin ist die Schule! An keiner Stelle in unserem Leben werden wir so sehr auf Konkurrenzdenken trainiert, wie in der Schule. Doch unbewusst beginnt dieses Training schon vorher. Bereits Babies werden miteinander verglichen: Meiner kann sich schon drehen, schon krabbeln, ist windelfrei…
Dieses Konkurrenzdenken entspringt dem Glaube, dass wir alle voneinander getrennt sind.

Die Seele weiss, dass alles miteinander verbunden ist und entfaltet sich durch diese Verbindung. Nicht umsonst sind wir soziale Wesen! Wir treffen auf Menschen, bei denen wir sehr schnell spüren, dass sie unsere Seelenverwandten sind. Sie machen uns glücklich. Ihre Anwesenheit macht uns glücklich. In ihrer Anwesenheit können wir wir selbst sein. Sie inspirieren uns und wir entfalten uns.

Im Denken des Getrennt-Seins glauben wir auch, wir seien getrennt von allem was wir uns wünschen. Verstehen wir aber, dass wir auch mit allem verbunden sind, dass wir uns wünschen, dann manifestieren wir unsere Wünsche auch viel schneller in unsere Gegenwart. Wir müssen uns nur auf die Frequenz dessen einstimmen, was wir uns wünschen und schon beginnen wir es anzuziehen.

Das Gefühl des Verbundenseins können wir unseren Kindern nicht nur beibringen, wir sollten es unbedingt auch vorleben.

 

5. Das Ego sagt: Wir Opfer (des Geschehens)
Die Seele sagt: Wir sind Schöpfer (unseres Lebens)

Das Ego sagt uns, dass wir Opfer des Lebens sind. Das das Leben völlig unvorhersehbar ist, voller Leid und die Gefahr an jeder Ecke lauert. Das Ego sagt uns außerdem ständig, dass wir etwas nicht können und findet dafür auch immer wieder Gründe. Wir müssen also ständig Angst vor der Zukunft haben und können nur hoffen, dass das Leben es gut mit uns meint.

Die Seele hingegen hat einen Plan und diesem Plan möchte sie folgen. Sie möchte erleben, lernen, wachsen und sich entfalten. Sie möchte kreieren! Die Seele ist schöpferisch und möchte ein Leben nach seinen Vorstellungen kreieren.

Die meisten Menschen wissen mittlerweile, dass wir unser Leben entweder unbewusst oder eben bewusst durch unsere Gedanken, Gefühle, unsere Worte und unser handeln manifestieren. Alles, was jetzt in unserem Leben ist, haben wir uns auf bewusster oder unbewusster Ebene selbst kreiert!
Wenn uns das bewusst wird, können wir nicht mehr Opfer des Lebens sein. Wir verstehen, dass Niederlagen zum Leben dazu gehören, weil wir ohne sie nicht wachsen und lernen können. Wir müssen Dinge eben auch mal falsch machen, um zu lernen, wie es richtig geht.

Natürlich werden wir alle auch mal schmerzvolle Momente im Leben durchlaufen. Jeder Mensch wird früher oder später den Tod eines geliebten Menschen oder Tieres verarbeiten müssen. Oder einen Streit in einer Freundschaft. Oder das Verlieren eines Arbeitsplatzes.
Sehen wir uns als Opfer des Geschehens, verfallen wir in Selbstmitleid. Wir sehen die Welt und das Leben als ungerecht, fallen auf eine niedrige Schwingungsfrequenz und manifestieren aus dieser heraus.
Sehr wir uns allerdings als Schöpfer unseres Lebens, können wir beginnen zu erkennen, dass selbst die schmerzvollsten Situationen in unserem Leben, auch immer etwas positives mit sich bringen. Auch an ihnen können wir wachsen und lernen. Als Schöpfer unseres eigenen Lebens hängt es eben immer an uns, was wir aus einer Situation machen! Wir können vielleicht nicht immer entscheiden, was in unserem Leben passiert, aber wir können stets entscheiden, wie wir damit umgehen wollen.

Wenn wir es schaffen das unseren Kindern von Beginn an beizubringen, dann werden sie sich das Leben kreieren, was sie wirklich möchten. Sie werden ihre Schöpferkraft anerkennen und bewusster mit ihren Gedanken, Gefühlen und ihren Taten umgehen.

Einige Beispiele, wie wir diese Schöpferkraft an unsere Kinder weitergeben können, findest du in meinem Podcast zu diesem Blog (Folge Nummer 64).

 

 

Danke, dass du diesen Artikel gelesen hast und Bewusstsein in dein Familienleben bringen möchtest.
Mit viel Liebe geschrieben,
Ksenija.

 


In meinem Podcast (Folge #64) durchleuchte ich dieses Thema noch mal genau und gebe noch genaue Tipps, was wir im Umgang mit unseren Kindern tun können, um ihr wahres sein mehr als ihr Ego zu füttern.

In unserer Facebook Gruppe findest du gleichgesinnte Eltern, mit denen du dich austauschen kannst!

Und auf meinem Instagram Kanal findest du viele Live Videos, Interviews, Inspirationen und regen Austausch zum Thema bewusste Elternschaft und Spiritualität!


Hast du dieses Thema schon mal aus diesem Blickwinkel betrachtet? Ist das Thema des Ego’s und des falschen Selbst neu für dich oder hast du dich damit schon mal beschäftigt? Schreibe mir ein Kommentar und erzähle mir von deinen Erfahrungen! Ich würde mich sehr freuen. 💜

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1 Comment

  1. Linda says:

    Wow, dieser Artikel hat mich wirklich bereichert, muss ich mal sagen. Es ist einem irgendwie bewusst, die ganze Sache mit dem Ego und dass uns das nicht glücklich macht, aber irgendwie lebt man doch danach.
    Ich möchte das wirklich anders an meine Kinder weitergeben!
    Danke, dass du mir die Augen nochmal geöffnet hast!

    Ich liebe übrigens deine Arbeit ❤️

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