Fehlgeburt aus spiritueller Sicht

Fehlgeburt: Wie spirituelle Ansichten mir geholfen haben

Eine Fehlgeburt ist immer ein Rückschlag und für alle Beteiligten ein trauriges Ereignis.
Die erste Frage, die dabei jeder Frau durch den Kopf schießt ist: Warum? Warum ist es dazu gekommen? Habe ich eventuell sogar etwas falsch gemacht?

Ich hatte vor etwa einem Jahr selbst eine Fehlgeburt und möchte hier in diesem Artikel zeigen, wie mir die spirituelle Sichtweise und Achtsamkeit geholfen hat diese zu verarbeiten. Ich konnte tatsächlich sogar auch positive Aspekte dabei sehen. Denn jedes Ereignis in unserem Leben bringt positive und negative Aspekte mit sich. Wir haben dabei immer die Wahl in welche Richtung wir unseren Blick ausrichten.

 

Eine Fehlgeburt aus medizinischer Sicht

Aus unserem heutigen Wissensstand kann eine Fehlgeburt medizinisch betrachtet viele Ursachen haben. Meistens geht man davon aus, dass der Embryo sich nicht richtig entwickelt hat und eventuell nicht überlebensfähig gewesen wäre. Das kann einen genetischen Hintergrund haben, der entweder von dem Samen des Mannes oder aber der Eizelle der Frau von vorne herein mitgebracht wurde. Auch äußere Einflüsse wie eine Infektion der Mutter, die sie sich in der Frühschwangerschaft zugezogen hat, kann eine Fehlentwicklung auslösen. Unter anderem kann außerdem der Konsum von Drogen und Alkohol zu einem Abbruch führen.
Fehlgeburten kommen sehr häufig vor und sind insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel absolut keine Seltenheit.

 

Eine Fehlgeburt aus psychologischer Sicht

Wie bereits gesagt, ist für jeden von uns solch eine Erfahrung im ersten Augenblick immer eine schwere Erfahrung. Eine Frau wird schwanger und beginnt ab dem ersten Tag des positiven Testergebnisses sich auf das kommende Baby zu freuen. Auch wenn uns heute bewusst ist, dass die ersten drei Monate einer jeden Schwangerschaft noch unsicher sind, denken wir doch die meiste Zeit des Tages daran. Wir malen uns aus wie es vielleicht aussehen wird, welche Charaktereigenschaften es haben wird und natürlich auch wie die nächsten Monate für uns aussehen werden. Selbst wenn wir versuchen nicht so viel daran zu denken, um uns vor einer möglichen Enttäuschung zu schützen, erinnert uns unser Hormonhaushalt daran. Der Körper verändert sich und wir heißen diese freudige Veränderung willkommen.

Wenn es dann doch zu einer Fehlgeburt kommt, sind wir meist sehr traurig, manchmal sogar am Boden zerstört. Je nach dem wie lange wir schon versuchen schwanger zu werden und wie viel Aufwand wir dazu betreiben, kann sich ein ungewollter Abbruch zu einem regelrechten Trauma entwickeln. Wir fangen an uns zu fragen: Warum ich? Habe ich etwas falsch gemacht? Verdiene ich es nicht Mutter zu werden? Ist mein Körper nicht fähig dazu? Wieso werden alle in meinem Umfeld laufend schwanger, nur mir bleibt dieses Glück verwehrt? Soll das eine Strafe für irgendwas sein?

Dabei richten sich die meisten Gedanken dahingehend uns selbst Schuldgefühle aufzubauen. Das macht uns noch trauriger und wir fühlen uns, als hätten wir versagt.

 

Eine Fehlgeburt aus spiritueller Sicht

Aus spiritueller Sicht hat eine Fehlgeburt nur sehr wenig mit dem Versagen der Mutter zu tun. Der Fokus liegt dabei auch nicht auf den medizinischen Aspekten. Bei der Schwangerschaft und der Geburt handelt es sich aus spiritueller Sicht um die Inkarnation in eine andere Welt. Eine Welt mit anderen Schwingungsfrequenzen. Eine Welt, in der andere Gesetze herrschen, als in der aktuellen Welt, wo die Seele sich vor der Inkarnation befindet. Die Seele tritt dabei bewusst eine Reise an, von der sie weiß, dass dort viele positive, aber auch negative Erlebnisse auf sie warten. Das ist kein einfacher Schritt für jede Seele.

Die Inkarnation ist ein unglaublich energetisches Ereignis. Die Seele sucht sich dabei bewusst einen Lebensweg aus, auf der sie bestimmte Sachen neu erlernen und in ihre Seele integrieren kann. Sie sucht sich auch die Lebensumstände, Familie und Mutter aus, die die perfekten Voraussetzungen für diesen Lebensweg bieten.
In der Schwangerschaft und in während der Geburt, so sagt man, werden die Mutter und das Kind dabei von sehr vielen Engeln und geistigen Führern begleitet. Auch das zeigt, welch besonderes Ereignis eine Schwangerschaft und Inkarnation darstellt.

Bei einer Fehlgeburt können auf geistiger Ebene unglaublich viele Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel könnte sich die Seele des Kindes bewusst dazu entschieden haben, diese Erfahrung zu machen, weil es nur dadurch etwas Wichtiges dazulernt. Aus dem selben Grund könnte sich auch die Seele der Mutter vor ihrer eigenen Inkarnation in diese Welt dazu entschieden haben, die Erfahrung einer Fehlgeburt zu machen. Es könnte also ein vorbestimmtes Ereignis sein.

Es könnte auch sein, dass die Seele zuerst inkarnieren wollte und sich dann kurzfristig doch noch um entschieden hat. Wie schon gesagt, ist die Inkarnation keine leichte Entscheidung. Vielleicht hat die Seele erkannt, dass ein späterer Zeitpunkt eine bessere Voraussetzung für seinen Lebensweg darstellt. Die Seele inkarniert erst kurz vor der Geburt völlig in den Embryo, bis dahin bewegt es ist in der Aura der Mutter und befindet sich teilweise auf unserer materiellen und teilweise noch in der geistigen Welt.

Außerdem könnte eine Fehlgeburt auch ein karmisches Ereignis sein, basierend auf dem Karma der Mutter, des Kindes oder sogar beiden.

Vielleicht warst du als Mutter unterbewusst aber auch noch nicht wirklich bereit für dieses Kind. Das mag jetzt seltsam klingen, vor allem wenn man sich ein Kind wirklich wünscht. Doch unser Unterbewusstsein trägt Gefühle und Gedanken in sich, die uns einfach nicht bewusst sind und die wir teilweise verdrängen.

 

Wie wir etwas positives aus einer Fehlgeburt mitnehmen können

Das Leben ist für uns da. Jedes Ereignis in unserem Leben geschieht für uns. Es geschieht, damit wir etwas daraus lernen können, damit wir neue Einsichten über uns und über das gesamte Leben erlangen und wir im Nachhinein noch stärker sind. Mitten in der Trauer ist es manchmal schwierig dies zu erkennen und das ist auch ok. Wir dürfen uns Zeit nehmen, dieses Erlebnis zu verarbeiten und diesen Moment auch zu betrauern. Für die eine von uns mag das schneller gehen, eine andere braucht dafür etwas länger. Allerdings tut es uns gut nach einer gewissen zeit der Trauer zu überlegen, was wir aus dieser Erfahrung mitnehmen können. Diese positiven Aspekte mögen uns gleich oder aber auch erst später bewusst werden.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass alles zum besten Zeitpunkt in unserem Leben passiert. Vielleicht waren wir wie schon gesagt noch nicht wirklich bereit für dieses Kind. Es kann gut sein, dass noch eine wichtige Aufgabe auf uns wartet, bevor wir (nochmal) Mutter werden.

Eine andere Erkenntnis kann sein, dass wir lernen dürfen, auch ohne (weiteres) Kind vollkommen zu sein. Manchmal neigen dazu zu glauben, ein Kind könnte eine bestehende Leere in unserem Leben füllen. Hier mag es wichtig für uns sein zu lernen, dass wir so wie wir sind, schon vollkommen sind. Viele Mütter können davon berichten, dass ein Kind zwar eine wundervolle Bereicherung für ein Leben ist, jedoch keine Leere in einem selbst füllt. Die Leere bleibt in solchen Fällen meist weiterhin bestehen.
Auch könnten wir unbewusst hoffen ein Kind würde die Beziehung zu unserem Partner retten und das Universum möchte dich mit dem Erlebnis einer Fehlgeburt davor bewahren, eine Partnerschaft aufrecht zu erhalten, die nach der Geburt eines Kindes nur noch schmerzhafter werden würde.

Welchen Grund auch immer diese Fehlgeburt hatte, sie ist auf jeden Fall zu deinem Gunsten passiert. Auch Schmerz und Trauer macht uns stark, wenn wir diese richtig verarbeiten und vom Schmerz los lassen. Alles in unserem Leben hat einen Sinn, auch wenn es uns manchmal schwer fällt diesen zu sehen. Wenn wir aber darauf vertrauen, dass das Universum aus Liebe besteht, dann fällt es uns leichter, diese Ereignisse zu akzeptieren und weiter zu machen.
Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen, davor blieb selbst Buddha nicht verschont. Unsere Zukunft wird auch wieder Höhen haben, ganz bestimmt.

 

Die Fehlgeburt – ein Tabuthema in unserer Gesellschaft

In Deutschland ist das Thema Fehlgeburt irgendwie ein ziemliches Tabuthema. Die meisten schwangeren Frauen erzählen vor Ende des dritten Monats niemandem von ihrer Schwangerschaft, damit sie im Falle eines Abbruchs mit niemandem darüber sprechen müssen. Denn häufig wird einem dann unbewusst auch vorgeworfen, man hätte irgendwie versagt. In einer solch leistungsorientierten Gesellschaft ist das auch kein Wunder, es geht schließlich immer darum, was man erreicht. Kinder werden dabei leider auch nicht selten als Trophäe angesehen.

Das finde ich persönlich sehr destruktiv. Es lässt uns mit unserem Schmerz häufig alleine, denn dabei sind wir nicht alleine. Ganz im Gegenteil. Die meisten Frauen sprechen nur einfach nicht darüber. Dabei kann es unheimlich helfen über seine Gefühle zu sprechen und Traurigkeit zu verarbeiten. Anstatt uns zu bewerten, können wir uns Mitgefühl schenken.
Auch ich habe anfangs darüber nachgedacht, wem ich wann über meine Schwangerschaft berichten soll. Doch ich war so glücklich darüber, dass ich es einfach erzählen wollte. Zumindest meiner Familie und Freunden. Denn ihnen hätte ich von der Fehlgeburt auch so erzählt.

Ich war wenig überrascht darüber, wie viele meiner Freundinnen sich „outeten“, dass sie auch eine Fehlgeburt hatten. Manche von ihnen schon mehrere. Es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, dass sie mir so etwas in all den Jahren unserer Freundschaft nicht schon vorher erzählt haben, wo wir doch vermeintlich alles miteinander teilen. Ich werfe ihnen das nicht vor, ganz im Gegenteil. Es macht mich etwas traurig, dass in unserer Gesellschaft Frauen so etwas mit sich selbst aus machen müssen.

In anderen Ländern ist das übrigens anders. Auf Bali zum Beispiel, reden Frauen absolut offen über alle ihre Fehlgeburten. Sie zählen diese Schwangerschaften sogar zu ihren Kindern. Eine balinesische Freundin hatte zwei Fehlgeburten und hat zwei Kinder. Sie spricht immer von ihren vier Kindern. Auch beim Frauenarzt werden alle Schwangerschaften aufgezählt und als Kinder angerechnet.
Ich sage nicht, dass das die bessere und heilsamere Methode ist. Jeder Mensch geht anders damit um. Solche Themen zu tabuisieren ist allerdings psychologisch gesehen kontraproduktiv.

Deswegen möchte ich alle Frauen ermutigen, sich anderen Frauen gegenüber zu öffnen. Du bist nicht alleine mit deinem Schmerz. Wir sind nicht alleine. Zusammen können wir uns helfen auch diese Erfahrung zu einer Erfahrung zu machen, die uns schlauer, stärker und weißer macht. Eine Erfahrung, die uns mit unserem Körper und unserer Weiblichkeit verbindet.

 

Danke, dass du diesen Artikel gelesen hast und Bewusstsein in dein Familienleben bringen möchtest.
Mit viel Liebe geschrieben,
Ksenija.

 

 


In meinem Podcast (Folge #43) habe ich nochmal ausführlich von meiner Fehlgeburt berichtet. Wie ich alles durchlebt habe und wie es mir heute damit geht.

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Hattest du selbst auch eine Fehlgeburt? Wie bist du mit deiner Trauer umgegangen? Was hat dir geholfen dieses Ereignis zu verarbeiten? Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine Erfahrungen mit mir hier in einem Kommentar teilst! 💜

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